Weichen wurden gemeinsam gestellt, Umsetzung nun in vollem Gange
Zur Situation
Die Ortsgemeinden Lykershausen, Prath und Dahlheim haben sich bereits vor Jahrzehnten im Kindergartenzweckverband zum Betrieb einer Kindertagesstätte in Trägerschaft der Katholischen Kirche zusammengeschlossen. Ein durchaus erfolgreiches Model, hat man doch in der Vergangenheit alle Entwicklungen von einem reinen Kindergarten hin zur Ganztagsbetreuung mit Frischküche immer gemeinsam mit getragen, gefördert und auch finanziert. Die Kita besteht aktuell aus drei Gruppen mit insgesamt 55 Plätzen. Der Bedarf ist jedoch höher. Zwei Gruppen sind in der Mittelstraße 4 mit Ganztagsangebot untergebracht. Eine weitere Gruppe ist im Pfarrheim der Katholischen Kirchengemeinde in der Schulstraße mit einer Betreuungszeit von 6 Stunden täglich eingerichtet. Ein Provisorium, so wie das Landesjugendamt die Situation wörtlich seit Jahren beschreibt. Klar ist: Für die Schulstraße wird es in Zukunft keine Betriebserlaubnis mehr geben! Für die Mittelstraße wird nur noch eine Genehmigung für maximal 30 Plätze erteilt werden. Gleichzeitig wurde der Bedarf von der Fachbehörde auf 65 Plätze festgelegt.
Nach ausgiebiger und detaillierter Betrachtung aller Möglichkeiten und enger Abstimmungen mit der Kita Leitung, allen beteiligten Behörden und zuständigen Stellen wurden mehrere Varianten ausgearbeitet.
1. Anbau an Bestand an der Mittelstraße 4
Hierfür wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese ergab im Ergebnis, dass neben den hohen Kosten das Projekt an diesem Standort nicht umsetzbar wäre.
2. Neubau einer 2-gruppigen Kita für 35 Kinder neben der Grundschule in Dahlheim.
Dieser Kostenermittlung lag zu Grunde, dass der Standort Mittelstraße 4 mit 30 Plätzen beibehalten werden soll. Neben den Baukosten, die im Verhältnis zu einer 3-gruppigen Kita nur unwesentlich geringer waren machten die zukünftig anstehenden Sanierungsmaßnahmen in der Mittelstraße 4 diese Variante zu einem zu hohen Kostenrisiko und man wäre weiterhin an zwei Standorten gebunden, was in vielerlei Hinsicht nachteilig ist.
3. Neubau einer 3-gruppigen Kita auf der Gemeindefläche neben der Grundschule in Dahlheim.
Diese Variante wurde in einer Kostenschätzung mit rund 3 Millionen Euro beziffert, unter dem Strich ist dies jedoch die günstigste und zu gleich für die Kinder und das Kita Personal die beste Lösung, ist man sich einig.
In einem europaweitem Wettbewerbsverfahren wurden in mehreren Stufen Angebote für die Planungsleistungen eingeholt, Bietergespräche geführt und nachverhandelt. Zwölf Büros beteiligten sich an dem Wettbewerb. Insgesamt dauerte dies sieben Monate. Sieben Monate, die sich jedoch gelohnt haben. Denn am Ende hatten wir vom wirtschaftlichsten Bieter für die Architektenleistungen ein Honorarangebot vorgelegt bekommen, was rund 80.000 Euro unter der Kostenschätzung lag. Auch die Finanzierung wurde geklärt. Der Haushalt wurde durch die Kommunalaufsicht genehmigt. Der einstimmige Beschluss im Zweckverband zur Vergabe der Architekten- und Fachingenieurleistungen zur Planung einer 3-gruppigen Kita war das Ergebnis intensiver Vorarbeit und ein Indiz dafür, dass die drei Ortsgemeinden von Beginn an im Bewusstsein ihrer Verantwortung stets an einem Strang gezogen haben.
Projekt befindet sich nun in der Ausführung
Dank der intensiven Vorarbeit des beauftragten Architekturbüros konnte parallel zum Baubeginn des Rohbauers gleich für 12 weitere Gewerke das Ausschreibungsverfahren gestartet werden. Auch hier zeigt sich, dass die aktuelle Marktlage günstig ist und die eingegangenen Submissionsergebnisse durchweg unterhalb der Kostenschätzung liegen. In der nächsten Sitzung des Zweckverbandes werden dann bereits wieder weitere Gewerke vergeben werden können.
Der von der Politik angekündigte “Bauturbo” wird zumindest an unserem Projekt sichtbar. Obwohl erst Anfang Dezember die Bauaktivitäten starteten, konnte noch vor Weihnachten die Bodenplatte gegossen werden. Dies ist jedoch eher weniger auf die politischen Rahmenbedingungen zurückzuführen als dass es vielmehr die Leistungsfähigkeit des beauftragten Bauunternehmen wiederspeigelt. Mittlerweile werden bereits die ersten Bimssteine mit intrigierter Dämmung gemauert. Auf Grund statischer Vorgaben insbesondere der Erdbebensicherheit werden einige wenige Wandscheiben in Stahlbetonbauweise ausgeführt. –Sicher ist sicher- so brachte es der Tragwerksplaner zum Ausdruck!


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